Einleitung
In dieser Einleitung wiederhole ich das, was ich schon in anderen Überkapiteln geschrieben habe. Meine Begründung für die Wiederholungen: ich gehe davon aus, dass viele meine Blogs nicht wie ein Buch sondern kapitelorientiert lesen dürften, wodurch dann bei meinen Begrünungen der Punkt, von dem ich ausgehe, fehlt.
Einige herausragende Menschen wie Kopernikus, Galilei, Newton und viele andere, besaßen schon vor einigen Jahrhunderten Erkenntnisse, die sie nur mit wenigen anderen teilen konnten, weil unseren christlichen Vorfahren gesagt wurde, dass alles Wesentliche in der Bibel stehen würde und die allermeisten ungebildet waren.
Der Beginn der Schulpflicht und die Weiterbildungsmöglichkeiten einiger weniger führte dazu, dass über mehrere Jahrhundert hinweg die neuen Erkenntnisse langsam zum Allgemeingut wurden. Viele Menschen haben bis zur Mitte des 20. Jahrhundert durch ihre Sozialisation und ihr religiöse Prägung ein Menschen- und Weltbild verinnerlicht, das nicht gegensätzlicher zu unseren heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse stehen könnte.
Heute nehmen wahrscheinlich die meisten Menschen die Erkenntnis, dass die Erde eine Kugelform besitzt, als gegeben hin ohne zu Hinterfragen, warum wir dann nicht von der Erde in die Weiten des Universums purzeln.
Trotz aller erdrückenden Beweise lehnen viele Menschen aus unserer westlichen aber vor allem anderen Kulturen weiterhin die neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse ab, die unseren Körper und die Ursache für unsere Existenz betreffen. Sie gehen auch heute noch davon aus, dass das, was sie mit ihren Augen wahr nehmen, der gesamten Realität entsprechen würde.
Diese Annahme ist nur bedingt richtig. Unsere Sinnesorganen haben sich über viele Millionen Jahren zu dem entwickelt, was sie heute sind – sie dienen uns dazu, den Teil der Umwelt wahr zu nehmen, der für unser Überleben wichtig ist.
Wenn wir all die Reize und Impulse aus der Mirko- oder Makrowelt wahr nehmen würden, wäre unser Gehirn maßlos überfordert. Jeder von uns kennt u.a. die selektive Wahrnehmung bei einer Autofahrt. Unsere Sinnesorgane nehmen jeden Baum wahr, unser Gehirn selektiert die Infos auf wichtige oder unwichtige Wahrnehmungen.
Ein Rückblick
Generationen vor uns glaubten an die in ihrer jeweiligen Kultur verbreiteten Schöpfungsgeschichte, nach der u.a.
- die Erde der Mittelpunkt Welt wäre,
- wir Menschen von einem Gottwesen so erschaffen wurden, wie wir heute sind,
- unsere frühesten Vorfahren schon immer der Sprache mächtig gewesen seinen.
In unserem westlichen Kulturkreis glaubten noch viele Menschen bis zur Mitte des letzten Jahrhunderts, dass wir Menschen vor einigen tausend Jahren von einem überirdischen Wesen (Gott) erschaffen wurden und Gott seine Hand über unsere irdische Existenz halten würde. Das beinhaltete auch die Vorstellung und den Wunsch nach einem glücklichen, behüteten, paradiesähnlichen Leben bereits im Diesseits, das uns eine Fülle an Wohlgefühl bescheren würde. Der Alltag zeigt uns, dass eine solche Wunschvorstellung verständlich aber realitätsfremde ist.
Wo kommen wir her, wo stehen wir heute
In den letzten Jahrzehnten haben wir uns als Menschen eine Fülle an neuen Erkenntnissen in allen uns betreffenden Lebens- aber vor allem Wissenschaftsfeldern erarbeitet. Das war nur möglich, weil vielen heute der Weg zur Bildung offen steht. Früher waren es nur wenige, denen eine weiterführende Bildung zuteil wurde. Heute sind es viele, die vergleichbare Erkenntnisse wie die frühen Gelehrten erarbeitet haben und damit unser Wissen in den letzten Jahrzehnten explosionsartig erweiterten.
Auch wenn viele Menschen in Teilen unserer Welt heute ein Bildungsniveau besitzen, das dem der „gebildeten Schicht“ der Vorgängergeneration entspricht, scheint es für viele bahnbrechende Erkenntnisse schwer zu sein, Teil der Allgemeinbildung zu werden. Zu viele althergebrachten Meinungen, die widerlegt sind, erschweren ein neues Denken. Ursächlich dafür ist neben der Trägheit, sich Neuem zu öffnen, die Fülle an neuem Wissen, die es dem Einzelnen unmöglich macht einen Überblick zu behalten. Hinzu kommen die vielen Nebensächlichkeiten die Schlagzeilenheischend durch täglich neue Hiobsbotschaften wesentliche Erkenntnisse überdecken.
Dass Menschen vor tausenden von Jahren auf den ihnen überlieferten Glauben an Geistwesen aufbauten und diese weiter entwickelten, so dass wir heute von Schöpfungsgeschichten sprechen, dürfte auch damit zu begründen sein, dass sie Antworten suchten, aber nicht die heutigen Möglichkeiten besaßen das, was jenseits der Sinneserfahrung liegt, für sich erklärbar zu machen. Die meisten der vor einigen hundert und besonders vor einigen tausenden von Jahren lebenden Menschen dürften nach unserem heutigen Verständnis ungebildet, vielleicht auch arglos und obrigkeitsgläubig und damit leicht zu beeinflussen gewesen sein.
Charismatische und wortgewandte Menschen dürften sie zutiefst beeinflusst haben. Ihnen gaben die Religionslehrer einfach zu verstehende Erklärungen für ihre Existenz und nahmen ihnen mit ihren Heilsverkündigungen die Angst vor dem Verlust ihrer Existenz.
Die Anfänge zu unseren heutigen Religionen haben sich zu immer größer werdenden „Glaubensgebäuden“ entwickelt, an denen viele beteiligt gewesen sein dürften. So wurden die Heilsverkündungen immer weiter entwickelt bis aus ihren Lehrsätzen Dogmen wurden, die nicht angezweifelt werden durften ohne den Zugang z.B. zum Himmel zu verlieren.
Ich gehe davon aus, dass in diesem Bereich ein Glauben einer Ideologie ähnlich ist. Sie bauen auf einen wie auch immer zu benennenden Anfang auf und etablieren sich. Danach wird es zu einem Verteidigungsgebäude dessen einzelnen Aussagen nicht hinterfragt werden, selbst wenn sie widerlegt sind.
| Ich möchte dazu ein Zitat von Vaclav Havel, einem tschechischen Politiker und Schriftsteller anbringen. Er stellt sich darin die Frage: „ Wie konnte sich das kommunistische System aufrecht erhalten?
Seine Antwort: „ Ein Gemüsehändler hängt jeden Morgen ein Schild in sein Schaufenster: „Arbeiter aller Länder vereinigt euch“. Er glaubte nicht an diese Losung, niemand glaubt daran, aber er hängt das Schild trotzdem jeden Tag in sein Schaufenster um Ärger zu vermeiden und seine Konformität zu zeigen, um sich angepasst zu geben. Und weil jeder Ladenbesitzer in jeder Straße das selbe tut, bleibt das System bestehen“. So werden auch die Glaubensgrundsätze von vielen nicht hinterfragt sondern hingenommen. |
Wir können auch ein anderes Beispiel nehmen. Die Fürsten bestimmten in vielen Ländern Europas nach der Reformation die Religion ihrer Untertanen (katholisch, protestantisch). Aber die Nachfahren dieser Untertanen behalten die Religion ihrer Vorfahren bei, obwohl sie heute in einem ganz anderen Gesellschaftsordnung leben und frei über ihren Glauben entscheiden könnten. Die Gründe dafür versuche ich in den nachfolgenden Kapiteln zu beschreiben.
Heute erscheint vielen diese Jenseitslehre durch unsere Erkenntnisse als widerlegt. Diese 180 Grad Wendung erscheint mir als das andere Extrem. Mit unseren bisherigen Erkenntnissen können wir eine von unserer körperlichen Existenz losgelöste „körperlose“ Existenz weder be- noch widerlegen. Bisher können wir nur das, was wir wissen interpretieren und soweit möglich reflektieren, dass aber lässt jede Möglichkeit offen.
Trial and Error
Auf unser Mosaikbild bezogen hatten unseren frühen Vorfahren nur wenige Steinchen zur Verfügung um das Bild „der Sinn unseres Lebens“ interpretieren zu können. Vieles, was heute als Widerleg bezeichnet werden kann, erinnert mach an den Begriff heuristische Methode, bekannt als „Versuch und Irrtum“. Wenn ein grundlegendes Wissen fehlt und damit die Interpretation sich als falsch erweist, dann greifen neue Erkenntnisse.
Auch wenn sich heute vieles von dem als falsch erweist, was unsere Vorfahren vor ein paar tausend oder hundert Jahren gedacht haben, so haben sie damit doch den Grundstein dafür gelegt, dass einige hinterfragten und andere neue Gedanken zuließen oder sie zu belegen versuchten. Einige Religionsvertreter haben, haben vielleicht gewollt, dazu beigetragen, dass Forscher die Grundsteine für unser heutiges Wissen legten und wir unseren Körper und unsere Welt immer besser verstehen und damit dem Sinn des Lebens immer näher kommen.
Große und kleine revolutionäre Veränderungen
Die Vergangenheit zeigt uns, dass wir Menschen unsere gesellschaftlichen Regeln, Normen und Werte immer wieder neu überdenken und dem neuen Wissen anpassen müssen um nicht gegenüber aufstrebenden jungen Gesellschaften zurück zu bleiben. Man mag es bedauernd aber das scheinen die Regeln der Evolution zu sein: eine Gesellschaft, die nicht bereit ist sich anzupassen bereit, wird angepasst und geht den Weg vieler untergegangen Kulturen.
Diese ständige Anpassung trifft aber nicht nur auf andere menschliche Kulturen sondern auf andere Arten zu. In der Vergangenheit haben sich immer wieder andere Arten an die Spitze der Nahrungskette gekämpft und gingen irgendwann zu Grunde.
Dem steht das Menschenbild der Antike, dass uns Menschen als einmalig darstellt, entgegen. Dieses Bild, das wahrscheinlich schon vor der Antike Menschen beseelte, hebt uns Menschen als gottgewollt all den „Tieren“, gegenüber hervor. Dem stehen belegbare Erkenntnissen der Wissenschaften entgegen, nach der wir eine Weiterentwicklung vorhergehender Arten sind.
Eine kurze Bemerkung: Ich selber benutze ungerne die Wörter “Triebe” und “Tiere”, weil sie aus meiner Sicht abwertend gemeint sind, daher benutze ich die Wörter „Drang“ statt Trieb und „andere Art“ statt Tier.
Unsere Welt steht nicht still, sie verändert sich fortlaufend
Unsere Vorfahren haben seit vielen Jahrzehntausenden immer wieder Umbrüche durchlebt, die ihr vorhergehendes Leben grundlegend verändert haben. Diese Veränderungen betrafen
- ihr natürliches Umfeld (Klimaveränderungen usw.) aber auch
- ihr Artverhalten (mit dem Sesshaft werden vom Gruppenwesen zum Gesellschaftswesen).
Das dürften für die in der jeweiligen Zeit lebenden Menschen revolutionäre und existenzbedrohende Veränderungen mit sich gebracht haben. Aus diesen Veränderungen dürften die Menschen, die in der Lage waren, sich anzupassen, neue Erkenntnisse erworben haben, die das Leben veränderten und die Einsichten erweiterten.
Das Gedicht von Schiller „Worte des Konfuzius“, auf das ich in meinen Blogs immer wieder hinweise, zeigt den Drang nach Weiterentwicklung:
„Dir ein Bild sind sie gegeben,
Rastlos vorwärts muss du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
willst du die Vollendung sehn“.
Veränderungen infolge von Naturkatastrophen, Konflikte zwischen verschiedenen Gesellschaften, haben in der Vergangenheit eine Vielzahl an gesellschaftlichen Veränderungen bewirkt, teilweise von außen erzwungen, teilweise für die innere Entwicklung einer Gesellschaft unausweichlich.
Für viele davon betroffenen Menschen werden Veränderungen mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden gewesen sein. Heute werden viele von uns gesellschaftliche Veränderungen als einschneidend empfinden. Entscheidend erscheint mir aus der geschichtlichen Erfahrung, dass Gesellschaft, die sich nicht immer aufs Neue anpassen, keine Zukunft zu haben.
Revolutionäre Veränderung?
Große und tiefgreifende Veränderungen werden auch als revolutionäre Veränderungen bezeichnet. Die kleinen wie die großen „Revolutionen“ haben unser menschliches Zusammenleben immer auf ein Neues vor große Herausforderungen und Anpassungsnotwendigkeiten gestellt. Das bezog sich sowohl auf die Lebensweise aber auch auf unser Welt- und Menschenbild.
Für die heutigen tiefreifenden Veränderungen des Menschenbildes sind in der westlichen Welt die belegbaren neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse ursächlich.
Zunächst einige der vielen Annahmen unserer Vorfahren, die heute als widerlegt anzusehen sind:
- Heute betrachten wir die verschiedenen Schöpfungsgeschichten als Mythen, auf Grund derer die Menschen damals davon ausgingen, dass die Erde von übernatürlichen Geistwesen (nach jüdisch/christlichem Glauben Gott) erschaffen wurde. Anhand der Bibel glaubten die Menschen, dass die Erde nur wenige tausend Jahre alt sein würde.
- Unsere Vorfahren glaubten, anhand der Bibel dass die Erde der Mittelpunkt der gesamten Welt wäre (geozentrisches Weltbild. von etwa 200 v. Chr. bis 1600 n. Chr. und teilweise für viele noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts).
- Sie sahen das Himmelreich als eine dem menschlichen Ordnungssystem der Hochkulturen ähnlichen Machtstruktur – z.B. ein Monarch und die Mittglieder des Hofstaats (vom Seraphim als höchste Chor-Engel bis zu den einfachen Engeln).
- Noch im letzten Jahrhundert gingen Menschen davon aus, dass wir Menschen schon immer so gewesen wären wie wir heute sind, und dass die Menschen schon immer über eine Sprache miteinander kommunizieren konnten. Die Theorie der Evolution wird heute noch von Menschen als Aberglaube verurteilt.
- Die genetische Untersuchungen zeigen, dass alle Lebewesen, alle verschiedenen höhere Arten den gleichen Ursprung haben, der mehrere Milliarden Jahre zurück liegt;
- dass sich alle heutigen Lebensformen aus einfachsten Anfängen (Einzellern) entwickelt haben;
- das alle Arten sich in der Vergangenheit sehr unterschiedlich entwickelt haben. Sehr viele Arten sind ausgestorben, neue angepasstere Arten haben ihren Platz eingenommen.
Heute leben wahrscheinlich Individuen neuer Arten auf unsere Erde, die wir Menschen noch nicht erkennen, weil die Unterschiede zur Ursprungsart noch marginal sind (es ist ein ständiges Aussterben und weiter entwickeln),
Die Menschen haben vor zehntausenden von Jahren die Welt ganz anders gesehen, sie haben wahrscheinlich ganz anders gedacht, ganz anders gefühlt und mit Gewissheit ganz anders gelebt als wir heute Lebenden.
Ab einem nicht zu bestimmenden Zeitpunkt begannen die Menschen ihre Umwelt zu deuten, Ereignisse zu interpretieren.
- Mit dem sesshaft werden vollzogen die Menschen einen gesellschaftlichen Wandel vom Nomaden zum Gesellschaftswesen, bei anderen Arten würden wir diesen gesellschaftlichen Umbau als vom Gruppen- zum Herdentier bezeichnen.
Das erforderte grundlegend neue gesellschaftliche Strukturen, die mit tiefgreifenden Anpassungen verbunden gewesen sein dürften.
Das mag als ein kleiner Schritt erscheinen, es war jedoch ein vollkommener Bruch mit der vorhergehenden Lebensweise! - Die vor Christi Geburt lebenden Menschen hatten eine ganz andere Sicht auf die Welt wie wir sie heute haben.
- Auf das von mir häufig als Sinnbild benutzte Mosaikbild, gingen sie aufgrund ihres Wissens von einem kleinen und überschaubaren Bild aus, das aus relativ wenigen Mosaiksteinchen bestehen würde.
Heute gehen wir davon aus, dass das Bildformat viel größer sein muss, dazu passen eine Vielzahl an erworbenen Steinchen. - Der Blick unserer Vorfahren war durch die begrenzte Fähigkeiten unserer Sinne (vor allem unserer Augen) begrenzt. Heute können WissenschaftlerInnen mit einer Vielzahl verschiedenster Apparaturen die Mikro- und Makrowelt erkunden, wodurch sich unser Welt- und Menschensicht grundlegend verändert hat.
- Die christlichen Religionen stützten ihre Glaubensgrundsätze auf das Welt- und Menschenbild des antiken Denkens. Heutige Erkenntnisse widerlegen viele dieser Denkansätze (z.B. das geozentrisches Weltbild usw.).
Die Menschen wussten in der Antike nichts von dem Aufbau unseres Körpers aus Zellen. Heute wissen wir, dass ein menschlicher Körper je nach Alter und Größe aus etwa 10 bis 60 Billionen Zellen aufgebaut ist, von denen jeden Tag Milliarden von Zellen zugrunde gehen, ohne dass wir das merken.
Die damals Lebenden wussten nichts von der Evolution. Sie gingen davon aus, dass ihre Vorfahren so erschaffen worden wären wie sie selber waren. - Gegen Ende des Mittelalters gewannen einige wenige ganz neue Erkenntnisse, die das Welt- und Menschenbild in immer größeren Maß vollkommen neu darstellten – nur die wenigstens wussten zu Anfang davon oder interessierten sich schlichtweg nicht für neue Erkenntnisse.
- Heute stehen wir vor den Scherben des an uns weiter gegebenen Glaubens. Viele haben den Glauben verloren, der unseren Vorgänger-Generationen Halt und Hoffnung gab.
Statt an ein Leben nach dem Tod scheint nur die Gewissheit zu bestehen, dass die körperliche Existenz endlich ist. Dadurch reduzieren wir unser Leben auf das Jetzt und Heute. Dem steht unser Drang entgegen unser Leben zu sichern. So fliehen viele in den Konsum oder konsumieren betäubend machende Giftstoffe.
Auch heute noch gehen viele Menschen von der Vorstellung aus, dass sie das, was sie mit ihren z.B. Augen wahr nehmen, der Realität entsprechen würde.
Wenn wir nur unseren Augen vertrauen, dann erscheint die Erde viel größer als die Sonne, und viel größer als all die kleinen leuchtenden Punkte, die wir nachts sehen können (wenn die Wolken es zulassen). Unsere Vorfahren sahen, wie die Sonne morgens aufging und abends am Horizont wieder unterging. Aus all ihren Beobachtungen schlossen sie, dass alle anderen Himmelskörper die Erde umkreisen würden (dieses Weltbild wird geozentrisches Weltbild genannt – dabei steht die Erde im Zentrum des Universums).
Vor tausenden von Jahren bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts hinein glaubten die Menschen, auch die Gelehrten, dass die Himmelskörper sich wie Sphären um die Erde gruppieren würden. Der Himmel würde all diese Sphären (als äußerste Sphäre) umhüllen. Diese Vorstellung von der Ordnung der Welt habe ich in meiner Jugend noch im Religionsunterricht kennen gelernt.
Heute wissen wir, dass der Planet Erde in unserem Universum von der Größe her eine Nichtigkeit bildet.
Der Glaube unserer Vorfahren, dass der Himmel das „Himmelreich“ wie eine Hülle umschließen würde (sie sahen die Erde von Sphären umschlossen), ist mit dem Wissen der heutigen Astronomen nur noch als eine Metapher zu sehen.
Mit dem zu Ende gehenden Mittelalter erlangte eine kleine, elitären Schicht, zu neuen Einsichten, die dem gemeinen Volk verborgen blieben. Die Bauern und Tagelöhner lebten weiterhin in ihrer mythisch verklärten Welt.
Geniale Forscher und Wissenschaftler wie Kopernikus, der das heliozentrische Weltbild entwickelte (heliozentrisches Weltbild – die Sonne steht im Mittelpunkt, nicht die Erde), oder Galilei, Darwin, Newton, um nur einige wenige der genialen Forschern und Wissenschaftler zu nennen, zerbrachen mit ihren Erkenntnissen und Veröffentlichungen in Teilen das Welt- und Gedankengebäude der Antike.
Und heute?
Unser Bild von uns Menschen und unseren Werdegang hat sich gegenüber den verschiedenen Schöpfungsgeschichten radikal gewandelt. Im Gegensatz zu unseren Vorfahren können wir vieles wahr nehmen das weit über unsere angeborenen Sinnesfähigkeiten hinaus geht. Damit haben sich uns ganz neue „Welten“ eröffnet, die den menschengemachten Vorstellungen entgegen stehen.
Unseren Vorfahren
fehlte das Wissen über die Vergangenheit von uns Menschen, die nicht mit der Schöpfung eines Gottes vor einigen Jahrtausenden begann sondern vor hunderten von Millionen Jahren (und als Einzeller Milliarden von Jahren) ihren Anfang nahm.
Ihnen fehlten die heutigen Grundlagen unsere eigenen Sinnesfähigkeiten wesentlich zu erweitern,
ihnen fehlte jede Möglichkeit tiefer in die Materie „Leben“ einzusteigen.
Eine fundamentale Fehldeutung unserer Vorfahren
Und es fehlte unseren Vorfahren noch etwas wesentliches, was in unserer heutige Gesellschaft zu großen Umwälzungen beiträgt: Die Erkenntnis der Vererbung.
Die Religionen übernahmen die damals herrschende Herabstufung der Frauen, zur Amme, die nur zum Austragen des männlichen Samens dienen würden. Sie glaubten aus gemachten Erfahrungen schließen zu können, dass Frauen nur schwanger würden, wenn ihnen zuvor der männliche Samen eingeführt worden wäre. Männer waren also die Lebensspender.
Erst um 1850 haben die ersten Wissenschaftler nachwiesen können, dass die Samenflüssigkeit Zellen enthält (Spermien) und die Frauen in ihren Ovarien (Eierstöcken) Eizellen enthalten. Dann brauchte es nochmals gut 100 Jahre, bis die Frage, wie neues Leben entsteht, in Grundzügen erklärbar wurde.
Heute besitzen wir aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse Wissen, das den Glauben unserer Vorfahren, dass Männer die Spender neuen Lebens wären, als von Grund auf falsch darstellen – aber die damals Lebenden wussten es nicht besser, sie haben aus ihren Beobachtungen falsche Schlussfolgerungen gezogen und damit die Hälfte der Menschen, die Frauen, viele tausend Jahre lang als weniger wert erachtet und sie damit zutiefst benachteiligt.
Heute wissen wir, dass Leben durch die Vereinigung der beiden Erbanlagen in der Eizelle und in einem Spermium neues Leben entstehen lässt. Dabei kommt den Frauen eine höhere Bedeutung zu, weil sie nicht nur ihre Erbinformationen beitragen sondern auch noch für die Entwicklung des entstehenden Lebens unerlässlich sind.
| Phasen menschlicher Entwicklung = (m.Entw.) | Entwicklung unserer Art |
| Einführende Kapitel | |
| 0. Phase (m.Entw.) | Die Menschen nahmen das als gegeben hin, was sie mit ihrer Geburt vorfanden. |
| I. Einführung | Warum wir Menschen zu dem wurden, was wir heute sind – eine neue Sicht auf die “Menschwerdung” |
| II. Einführung | Entwicklung unseres Bewusstseins |
| III. Einführung | Entwicklung unserer Kommunikationsfähigkeiten als Grundvoraussetzung zu dem, was wir heute sind |
| Vom Hinnehmen zum Hinterfragen | |
| 1. Phase (m.Entw.) | Erste Menschen werden fragend. |
| 2. Phase (m.Entw.) | Erste Erklärungsversuche für nicht erklärbares |
| 3. Phase (m.Entw.) | Der Versuch, mit der Alltagserfahrung nicht zu erklärendes durch Übersinnliches erklärbar zu machen |
| Kleine und große Veränderungen (Revolutionen) | |
| 4. Phase (m.Entw.) | Interpretieren dessen, was geheimnisvoll erscheint |
| 5. Phase (m.Entw.) | Sesshaft werden (Neolythische Revolution) |
| 6. Phase (m.Entw.) | Von der Sippe zur großen Gruppe |
| 7. Phase (m.Entw.) | Das Verhältnis der Geschlechter zueinander verändert sich von Grund auf. |
| 8. Phase (m.Entw.) | Erste Hochkulturen |
| 9. Phase (m.Entw.) | Erste Religionen |
| 10. Phase (m.Entw.) | Antike Gesellschaften |
| 10.a Phase | Der Mensch sieht sich als gottähnlich |
| 10.b Phase | Reflektieren |
| Neue Wege, neue Erkenntnisse | |
| 11. Phase (m.Entw.) | Christentum |
| 12. Phase (m.Entw.) | Mittelalter |
| 13. Phase (m.Entw.) | Aufklärung |
| 14. Phase (m.Entw.) | 1.600 bis 1.800 |
| 15. Phase (m. Entw.) | 1.900 bis 1.960 |
| 16. Phase (m. Entw.) | Wissenschaften |
| 17. Phase (m. Entw.) | Eine neue Welt |
| 18. Phase (m. Entw.) | Heute |
| 19. Phase (m. Entw.) | Unsere Zukunft |
| 20. Phase (m. Entw.) | Meine Sicht |